Wie fing alles an?

In den letzten Jahren meiner Schulzeit war mir immer klar: nach der Schule möchte ich irgendwo hingehen, Menschen kennen lernen, Kulturen erleben und Erfahrungen sammeln von denen ich meinen Enkelkindern noch erzählen kann. Aber so richtig lange im voraus planen ist absolut nicht mein Ding. Also wartete ich ab und vertraute der Zeit, dass mir schon etwas Gutes zugeflogen käme.

Meine Mama würde jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und ihren Kopf schütteln: „Wie kann man nur?“ und in vielerlei Hinsicht hat sie dabei recht. Trotzdem kommt es mir, wenn ich zurückdenke vor, als hätte ich 100% richtig gehandelt. Im Jahr 2019 war ich auf einem Adonia-Camp und habe dort eine unglaublich tolle Freundin kennengelernt. Damals war ich gerade in der Oberstufe und hab noch von einer Weltreise geträumt. Sie wollte mit „Pais“ (das hatte ich vorher auch noch nie gehört) nach England gehen und bis sie wirklich angefangen hat, wusste ich nie wirklich genau, was sie dort machen wird. Der Grund dafür war aber nicht, dass sie es mir nicht richtig erklärt hat, sondern, dass die Arbeit von Pais so unterschiedlich, vielseitig und irgendwie auch unerklärlich ist. Also hielten wir ein dreiviertel Jahr unermüdlich Kontakt über WhatsApp Sprachnachrichten und trafen uns zweimal bevor sie abreiste. Dann ging ihr Abenteuer los und ich wurde neugieriger. Alles was sie erzählt hat, klang einfach so erlebenswert. Ganz genau kann ich mich gar nicht mehr an meine folgenden Handlungen erinnern. Ich habe nach Pais gegoogelt und mir angeschaut in welchen Nationen man dienen kann.

für mich standen zur Auswahl:

  • Nordirland
  • Färöer Inseln
  • Neuseeland
  • Südafrika
  • und Kanada
Ein Poster von Pais

Warum es am Ende dann wirklich Nordirland geworden ist, kann ich ebenfalls heute gar nicht mehr richtig sagen. Es hat sich einfach richtig angefühlt. Jedenfalls habe ich mich dann dort beworben und alle möglichen Menschen mobil gemacht. Bettina, Norbert und Pfarrer Mahling haben eine Referenz geschrieben und meine beste Freundin Sunny, mein Bruder Jakob und meine Eltern haben mir bei einem Bewerbungsvideo geholfen.

Im November hatte ich mit meiner Bewerbung angefangen, im Januar war ich fertig damit. Nicht zu vergessen: Ich war mitten in der Corona-Klausurenphase der zwölften Klasse. Am 08.12.2020 hatten wir unseren PaisDay. Da hatte ich noch nicht einmal meine Bewerbung fertig, wurde aber schon so herzlich empfangen und aufgenommen. Dieser Tag findet sonst in Präsenz statt, bei uns lief er online. Wir haben Haverim – eine Art die Bibel zu lesen gemacht und sollten in Gruppen eine Schulstunde vorbereiten, haben darüber reflektiert und geredet. Mir hat alles so einen großen Spaß gemacht und ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, danach war ich sicher: Das ist mein Platz für nächstes Jahr.

In Windeseile habe ich meine Bewerbung fertiggestellt und die nächste aufregende Hürde kam: ein Gespräch mit Pais Deutschland. Am 13.01.2021 habe ich mit der Personaldirektorin Esther gesprochen und sie wollte mich kennen lernen. Ich war super aufgeregt, kannte Esther aber schon vom PaisDay und habe mich daher sehr wohlgefühlt. Am 26.01.2021 habe ich dann eine E-Mail bekommen, dass meine Bewerbung an Pais British Isles weitergeleitet wird. Kurz darauf wurde ich schon benachrichtigt und hatte am 09.02.2021 ein Gespräch mit Anna Dawson und Pete Baker, dem Nationaldirektor von England. Es lief alles super und auch meine anfänglichen Ängste wegen der englischen Sprache verschwanden unglaublich schnell. Danach wurde ich bei Pais British Isles angenommen und es wurde eine Gemeinde für mich gesucht. Bis dahin war nicht klar, ob Nordirland wirklich klappen wird. Im Februar fingen wir auch an, mit monatlichen Zoom-Meetings für alle die nach Nordirland oder England gehen werden.

Dort wurden Themen behandelt wie:

  • das Leben eines Paislers
  • die Philosophie der Organisation
  • Friendraising – wie sucht man sich Unterstützer?
  • Team Life
  • Haverim
  • living well und Kulturschock

Im Juni hatte ich dann ein Gespräch mit dem Pastor der Gemeinde, in der ich das nächste Jahr dienen werde um uns gegenseitig ein bisschen kennen zu lernen. Ein paar Wochen später stand es fest: im Schuljahr 2021/22 geht es für mich nach East Belfast. Mein Team durfte ich kurz danach ebenfalls kennen lernen. Dorit, Liana und ich fanden uns von Anfang an super sympatisch und ich konnte Gottes Segen in all dem förmlich greifen. Jeden Tag bin ich dankbar für diese unglaublichen Möglichkeiten und Frieden mit meiner Entscheidung. Ich kann mich in meinem Leben an fast nichts erinnern, an dem ich nicht gezweifelt hätte. Bei Pais tat ich es nicht!

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