Die zweite Ferienwoche – meine Familie kommt mich besuchen

Ich war echt super froh als ich am Montag wieder in den Bus gestiegen und nach Dublin gefahren bin um meine Eltern abzuholen. Dorits Eltern waren ebenfalls in der zweiten Woche zu Besuch und Liana ist für 5 Tage zu einer Schulfreundin nach Monaco geflogen, die dort ein AuPair Jahr macht. Deswegen konnten wir alle gemeinsam mal wieder im Bus nach Dublin sitzen. Als wir am Flughafen angekommen sind war ich schon ganz aufgeregt und sehr dankbar, dass Liana sich um meine flatternden Nerven gekümmert hat, denn sie hat die ganze Zeit mitgewartet. Dorit war an einem anderen Terminal und hat dort schon ihre Eltern abgeholt, die ein kleines bisschen eher dagewesen sind. Ich habe mich echt sehr gefreut meine Familie nach so langer Zeit mal wieder zu sehen und meinem Bruder alles zu zeigen, der im November damals ja nicht mit hier gewesen ist.

das erste Selfie mal wieder zu viert

Als wir dann das Wiedergesehen gefeiert hatten, mussten wir Liana verabschieden und sind dann zum Bus gelaufen. Das war mal wieder ein Abenteuer, denn Aircoach hatte den Bus überbucht und meine Mama hätte fast aussteigen müssen, obwohl wir ja ein gültiges Ticket hatten. Jemand mit einem Flexi Ticket musste dann leider aussteigen und auf den nächsten Bus warten. Wir saßen dann aber endlich im Bus nach Belfast und waren alle ganz gespannt, wie die Woche wird. Vom Buscenter sind wir dann in die Ferienwohnung meiner Familie gegangen und waren nur noch einkaufen. Der erste Tag war damit schon zu Ende und wir hatten sehr viele Pläne für die nächsten Tage.

Am Dienstag haben wir einen Stadtag gemacht. Das heißt, ich bin zu meinen Eltern frühstücken gekommen und dann sind wir ins Stadtzentrum gelaufen. Haben also nacheinander das Cathedral und Titanic Quarter angeguckt, denn das hatte mein Bruder noch nicht gesehen. Außerdem waren wir im Victoria Square und haben uns Frozen yoghurt geholt. Ich konnte meinen Eltern also alle Orte zeigen, die mich in den letzten Monaten noch mehr geprägt haben. Nicht selten gab es da Momente wie: „Guck mal Mama, hier haben wir nachts gewartet, weil der Bus einfach nicht gekommen ist“ oder „hier habe ich das Buch für meinen Mentee gekauft und jetzt liest sie jeden Morgen Bibel“. Schon krass, wie viele Erinnerungen man in einem Jahr machen kann. Zum Glück haben mich meine Eltern gleich zweimal besucht.

Am Mittwoch sind wir dann auf unseren großen Trip an die Nordküste aufgebrochen. Wir haben uns ein Auto gemietet und sind zuallererst nach Portrush gefahren. Dort haben wir uns die Ferienstadt und den Strand angeguckt und ich konnte erzählen wie wir an Lianas Geburtstag auch in Portrush waren.

Dann haben wir uns aufgemacht zum White Rocks Beach, den „schönsten Ort der Welt“ auch an Lianas Geburtstag das erste mal gesehen. Meine Familie war denke ich auch ziemlich beeindruckt und mein Bruder hat endlich „seine Natur und Landschaft“ bekommen, die er sich viel lieber anguckt als Stadt.

Nach diesem Stopp ging es für uns an den „Magheracross Car Park & View Point“ Aussichtspunkt. Da konnte man nochmal richtig schön auf die Klippenlandschaft an Nordirlands Nordküste schauen und ich fand’s echt richtig beeindruckend und war mal wieder total überwältigt von Gottes Schöpfung. Auf diesem Parkplatz durfte ich mich sogar auch mal kurz für eine Minute ins Auto setzen und ausprobieren ob ich es noch kann – danke Papa für dein Vertrauen. Ich bin nur im ersten Gang rumgezuckelt und fand’s echt komisch auf der anderen Seite zu sitzen. Ich denke, dass ich dafür auch noch mal ne Weile brauchen würde, um mich daran zu gewöhnen.

Weiter ging’s dann aber zum Dunluce Castel welches wir uns aber nur von außen angeguckt haben, denn die Preise für den Eintritt waren einfach enorm.

Und schon ging es noch weiter und dieses Mal zu Giants causeway. Nummer eins Sehenswürdigkeit in ganz Irland und damit eine echte Attraktion. Durch abgekühlte Lava sind etwas 40 000 regelmäßig geformte Basaltsäulen entstanden und der „Damm der Riesen“ war natürlich auch Schauplatz von Game of Thrones für alle die die Serie geguckt haben.

Dort haben wir lustigerweise Dorit und ihre Eltern getroffen, die eine Bustour gebucht haben und auch gerade dort gehalten hatten. Wir sind dann ungefähr eine Stunde bei Giants causeway geblieben und musste auf dem Rückweg übelst viele Stufen steigen. Ich sag’s euch: ich war echt fertig!!

Aber dann hatten wir noch zwei Stopps auf unserer Liste. Der nächste war die Carick-A-Rede Rope Bridge. Wir sind also dem Navi gefolgt und das hat uns tatsächlich ein bisschen in die Irre geführt, denn wir waren schon nicht mehr so früh dran und mussten deswegen außerhalb des Geländes parken. Der Parkplatz war aber ganz entspannt um die Ecke und wir wollten dort stehen bleiben. Dann haben wir uns das aber auf dem Navi angeguckt und das hat gesagt wir müssen nochmal 1,5 km zur Brücke laufen, deswegen dachten wir es wäre schlau noch ein bisschen weiter zu fahren und den nächsten Parkplatz zu nehmen. Das haben wir dann auch gemacht und trotzdem sagte das Navi noch 1,2 km aber diesesmal zurück in die Richtung aus der wir ja schon gekommen waren.

Wir haben sogar noch einen Esel getroffen. Seht ihr im zweiten Video 🙂

Also sind wir losgegangen und wollten dem Navi folgen. Das hat uns aber auf einen Privatweg geführt, wo man nicht langgehen durfte und deswegen musste wir den ganzen Weg zurück laufen, an dem Parkplatz vorbei, wo wir vorher standen und dann nochmal 1,5 km zur Brücke.

Ich war da schon richtig fertig und hatte wirklich wirklich eigentlich keine Lust mehr noch weiter zu laufen. Aber es half ja nichts: jetzt oder nie. Also sind wir weiter ins Gelände gelaufen, bis wir zu dem Schild gekommen sind : Carrick-A-Rede Rope Bridge geschlossen, weil KEIN PERSONAL DA IST. Ich bin fast ausgerastet und hatte echt kein Bock mehr weiterzulaufen. Also bin ich mit meinem Bruder vorne geblieben und meine Eltern sind noch weiter. Sie haben dann trotzdem die Brücke gesehen, konnten nur leider nicht draufgehen. Als sie wieder zurück waren sind wir den ganzen Weg zum Auto zurückgetappert und hatten aber glücklicherweise etwas Ablenkung, denn mein Papa hat mit meiner Oma und seinen Geschwistern telefoniert.

Grinsend wie ein Honigkuchenpferd haben wir die schöne Landschaft in die Kamera gehalten und ich war echt stolz das meine zweite Heimat nennen zu dürfen. Also ging es wieder zum Auto und dann ab zum letzen Stop: den Dark Hedges, wo wir mit Alan und Linda bei unserem ersten Roadtrip an die Nordküste gewesen sind.

Man hat schon echt einen Unterschied von November bis April gesehen und ich war so dankbar dann nochmal mit meine Eltern dagewesen zu sein. Fertig wie sonst was, sind wir dann wieder nach Hause gefahren, meine Eltern haben mich abgesetzt und ich habe mit Schrecken festgestellt, dass ich tatsächlich Sonnenbrand bekommen habe… IN NORDIRLAND!! Das war für mich eine absolute Neuheit. Abends habe ich dann allerdings keine zwei Minuten zum einschlafen gebraucht und war sofort weg, denn frische Luft macht wirklich müde. Trotz der Anstrengung war das auch echt mein Lieblingstag.

Am Donnerstag sind wir dann wieder in die Stadt gegangen, waren im Harlem Café frühstücken und ich hab meinen Eltern in meine vielen Gedanken für nächstes Jahr eingeweiht. Da ist es echt emotional geworden und ich erinnere mich aber so gerne daran zurück, weil ich nach so langer Zeit mal wieder meine Eltern hatte, die mir einfach zugehört und ihre Meinung geteilt haben. Ich würde sagen, das hat mir echt viel geholfen beim Chaos in meinem Kopf, denn ja es ist meine eigene Entscheidung aber ich glaube meine Eltern wissen auch dass ich einen eigenen Kopf habe und auch meinem Herzen folge, egal was sie sagen und doch brauch man seine Eltern eben einfach manchmal. Die Menschen die immer für einen da waren, einen ganz genau kennen und denen man einfach blind vertraut. Immer mehr durfte ich lernen dass Eltern auch nicht perfekt sind, ich aber mehr und mehr jeden Tag dankbar dafür bin, dass sie da sind. Danke Mama und Papa ❤

Nach diesem intensiven Gespräch sind wir zur Queens university in Belfast gegangen und haben den original Narnia Schrank in der Unibibliothek angeguckt. Ich bin echt so beeindruckt von C.S. Lewis und möchte auf jeden Fall mehr von seinen Büchern lesen.

Dann sind wir noch durch botanic gardens gegangen, haben uns einen Milkshake oder Eis gekauft und sind durch Ormeau Park wieder zurück gelaufen. Dann waren wir zuhause, haben was gegessen und einen Film geguckt. Ein richtiger Familienabend.

Am Freitag hieß es für uns auf nach Cultra ins Museumsdorf. Wir sind also zu Fuß zum Victoria Park gegangen und sind dann von dort mit dem Zug nach Cultra gefahren. Dort waren wir zuerst im Transport Museum. Das hat mich echt dolle ans Verkehrsmuseum in Dresden erinnert, in das mein Bruder und ich meine Oma schon mindestens 100 mal in den Ferien mitgeschleppt haben. Ich fand’s deswegen absolut schön und habe es sooo genossen mehr über Nordirlands Transport Geschichte zu lernen. Danach haben wir ein kleines Picknick gemacht und sind dann ins richtige Museumsdorf gegangen. Das war ein echtes Gelände mit Kirche, Wohnungen, Post und Polizei im Stil des 19. Jahrhunderts. Glücklicherweise haben wir einen echt schönen Tag erwischt und konnten ganz entspannt durch das Gelände schlendern. Das war echt schön.

Außerdem haben wir uns dann an diesem Abend mit Alan und Linda getroffen, die mal wieder super süß waren und uns zu sich nach Hause eingeladen haben. Wir haben Pizza gegessen und Spiele gespielt und auch nach anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten haben wir uns alle super verstanden. Das war auch für mich super schön, meine nordirische und „echte“ Familie zusammen zu haben.

Als wir wieder zuhause waren, bin ich abermals ins Bett gefallen und hab mir geschworen mich die nächsten 12 Stunden nicht mehr zu bewegen, denn das war echt intensiv.

Am Samstag sind wir dann nochmal auf den St. George’s market gegangen und durch die Markthalle geschlendert, haben etwas gegessen und Mitbringsel für meine Eltern gesucht. Ich bin dann nach Hause gegangen und meine Eltern waren noch mit meinem Bruder im Stadtzentrum, denn er musste sich nochmal für den Flug testen lassen. Dann habe ich meinen Eltern noch mein Zeug welches sie mit nach Deutschland nehmen sollten vorbeigebracht und meine Eltern haben den Abend mit packen verbracht.

Am Sonntag war es dann vorbei mit schönem Sonnenschein und ich habe meine Familie im Regen wieder zum Buscenter gebracht. Der Abschied fiel mir dieses Mal wieder unglaublich schwer, auch wenn ich wusste meine Eltern ja bald wiederzusehen. Irgendwie war das echt emotional.

Abends ist einfach noch meine Kerze explodiert, nach dem ich das komplette Wachs runterbrennen wollte. Upsi…

Ich bin dann zurückgelaufen und habe dabei noch den Belfast Marathon mitgenommen, der an diesem Tag in Belfast stattgefunden hat. Als ich zuhause war, habe ich mich erstmal wieder ins Bett verkrochen und mich ausgeruht, denn ich hatte seit zwei Tagen ziemliche Rückenschmerzen. Die nächste Woche lag Ich dann leider flach, weil es wahrscheinlich einfach zu viel für meinen Körper gewesen ist. Schon der Stress für Ostern in der Karwoche wo wir echt viel zu tun hatten, dann die ganze Organisation und auch Stress auf der Reise nach Irland und dann sieben Tage lang laufen laufen laufen laufen ohne Pause.

Das war zu viel für mich. Ich lag dann also eine Woche mit Rückenschmerzen im Bett und braucht echt ne Zeit lang um wieder gesund zu werden. Ging aber schon bald wieder besser. Und was im Mai so passiert ist, könnt ihr im nächsten Beitrag lesen.

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